Heiliggeistkirche
Die Heiliggeistkirche bestimmt die Silhouette Heidelbergs und ist eines der Wahrzeichen der Stadt. In der 1398 gegründeten Heiliggeistkirche wurde die Heidelberger Universität gegründet.
Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts stand an der Stelle der heutigen Heiliggeistkirche eine kleine romanische Basilika Zum Heiligen Geist, die vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer fiel. An ihrer Stelle wurde eine frühgotische Kirche erbaut, in der am 18. Oktober 1386 die Eröffnungsmesse zur Gründung der Universität Heidelberg stattfand. Unter Ruprecht III. wurde der Chor der Kirche bereits 12 Jahre später abgerissen und durch einen grösseren ersetzt. Somit gilt das Jahr 1398 als das Gründungsjahr der Heiliggeistkirche.
Der Hallenchor wurde 1410 vollendet, der Langhausbau mit dem Unterbau des Turmes unter Ruprechts Sohn Ludwig III. im Jahre 1441. Ludwig III. legte den Grundstock zur späteren so berühmten Pfälzischen Bibliothek, der BIBLIOTECA PALATINA, indem er die ersten Bücher auf den Emporen der Heiliggeistkirche aufstellen ließ. Während der Regierungszeit Ludwig V. (1508-1544), als auch die wichtigsten Schlossbauten entstanden, wurde der Turm weitergebaut und fertiggestellt. Im Zuge der Reformation wechselte die Kirche mehrfach zwischen lutherischer und reformiert-calvinistischer Konfession. 1563 entstand als reformiertes Bekenntnis der Heidelberger Katechismus. Mit dem 30-jährigen Krieg und der Eroberung Heidelbergs durch katholische Truppen wurde die Stadt und die Kirche für viele Jahre katholisch und als Kriegsbeute lies Papst Gregor XV. die BIBLIOTECA PALATINA 1623 nach Rom bringen.
Im Zuge des pfälzisch-orléansschen Erbfolgekriegs wurde die Kirche im Jahre 1693 stark beschädigt. Fast alle Grabplatten der Kurfürsten von der Pfalz wurden zerstört, erhalten ist die des Kurfürsten Ruprecht II, des Kirchengründers. Von den einst 5000 Büchern und 3524 Handschriften gelangten 1816 nur noch 885 zurück nach Heidelberg, alle übrigen verblieben im Vatikan.
In den folgenden zwei Jahrhunderten wurde von katholischer wie protestantischer Seite gleichermaßen Anspruch auf die Kirche geltend gemacht, so dass, durch eine Scheidemauer getrennt, im Chorraum die katholische Messe, im Langhaus der evangelische Gottesdienst gefeiert wurden. Erst 1936 kam es durch den unermüdlichen Einsatz des Heiliggeistpfarrers und späteren Prälaten, Pfarrer Hermann Maas, zur Einigung mit der katholischen Kirche; die Kirche ging ganz in den Besitz der Evangelischen Kirche in Baden über. Zum Johannisfest 1936 feierte die evangelische Heiliggeistgemeinde erstmals wieder Gottesdienst in einer Kirche ohne Scheidemauer.
Gottesdienste:
Jeden Sonntag/Feiertag 11.00 Uhr
Mittagsandachten: Donnerstag 12.00 Uhr (Aschermittwoch bis Totensonntag)
Besichtigungen:
Montag - Samstag 11.00 - 17.00 Uhr, Sonn- und Feiertage 12.00 - 17.00 Uhr
(Sonderöffnungszeiten in der Adventszeit)
KirchenfĂĽhrungen finden auf Anfrage statt, bitte melden Sie sich telefonisch beim PfarrbĂĽro unter Tel. +49 6221 21 117.
Turmaufstieg:
April bis Oktober:
Mittwoch - Freitag 11-14 Uhr
Samstag 11-16 Uhr
Sonntag 12:30-16 Uhr
Weitere Informationen unter: https://heiliggeist-heidelberg.de/besuch/
Konzerte in der Heiliggeistkirche:
Stunde der Kirchenmusik:
Jeden Samstag 18:15 Uhr
Orgelkurzkonzerte:
z.Z. Freitag und Sonntag 17.15 Uhr.
Normalerweise: Juni bis September: täglich außer Sa 17.15 Uhr; Mai+Oktober: Fr, So, Feiertag
Informationen zu den Terminen und Bestellmöglichkeiten für Eintrittskarten finden Sie auf der Internetseite des Kantorats an der Heiliggeistkirche in der Altstadtgemeinde Heidelberg: www.kirchenmusik-heidelberg.de und www.studentenkantorei.de
Kontakt
Adresse
Heiliggeistkirche
Hauptstr. 189
69117 Heidelberg