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Hinterburg

Gegen 1220/1230 wurde – wahrscheinlich durch Gerhard v. Schauenburg, einem der Erben der 1219 ausgestorbenen Grafen v. Lauffen – als dritte Burg die Hinterburg errichtet.

Da sich die Schauenburger finanziell übernommen hatten, blieb die Burg Bauruine und wurde gegen 1250 an den Bischof Heinrich von Speyer verkauft. Erst ab 1344 nahm Bischof Gerhard von Speyer den endgültigen Aufbau der immer noch wüst liegenden Burg in Angriff und bestellte für sie einen Amtmann. Der Ausbau ihrer Befestigungsanlagen zu einem dreifachen Mauerring erfolgte im Auftrag des Hochstifts Speyer zwischen 1426 und 1450. Die Hinterburg wurde um 1630, in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges Ruine, doch ist sie mit ihrer erhalten gebliebenen Bausubstanz heute die eindrucksvollste der vier Burgen.

Ihre gute strategische Lage an dem Punkt, an dem der Berg Schadeck in den Riegelsberg übergeht, ermöglichten den Burgherren die gleichzeitige Übersicht über das Neckar- und das Steinachtal. Ihre dreifachen Zwingermauern bilden ein regelmäßiges Fünfeck von hoher Wehrhaftigkeit. Der frühere Burggraben am Eingang zur Burg wurde damals mit einer Zugbrücke überspannt; die heutige Eingangstreppe stammt erst von 1900 und ist ein Zugeständnis an den modernen Tourismus. Den inneren Burghof betritt man durch ein frühgotisches Tor. Zentrales Bauwerk im Burghof ist der mächtige Bergfried. Er war nicht nur Wachturm und Vorratsspeicher, er dient auch als letzte Zuflucht im Falle einer Belagerung. Dann nämlich flüchteten die Burgbewohner mit Hilfe von (Strick-)Leitern in die einzige Öffnung des Turms 12 Meter über dem Boden. Die Leitern wurden dann hochgezogen. Und die drei Meter dicken Turmmauern boten bei den damaligen Angriffsmitteln genügend Schutz. Die heutige moderne Treppe ermöglicht eine gefahrlose Ersteigung des Turms mit herrlicher Aussicht. Die gut gearbeiteten Buckelquader weisen den Bergfried eindeutig als ein Bauwerk aus der Staufenzeit aus. Der Brunnen ist mindestens 23 Meter tief und die fünf schönen gotischen Fenster im Burghof zeugen vonm ehemaligen Palas, dem Wohngebäude der Burgbewohner.

Die Hinterburg gehört dem Land Hessen und ist jederzeit frei zugänglich.
Informationen
Anschrift: 
69239 Neckarsteinach

Anreise

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